Bisher stand das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen im Fokus der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte des Stalag 326. Mit dieser Veröffentlichung möchte der Fördervereins Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne e.V. nicht nur die ersten Forschungsergebnisse zu den ca. 10 000 französischen Kriegsgefangenen des Stalag 326 (VI K) Senne publizieren, sondern ebenso die historisch-politischen Bildungsangebote der Gedenkstätte hinsichtlich dieser Gefangenengruppe erweitern.
Diese Publikation erhebt nicht den Anspruch, einen Gesamtüberblick über die ehemaligen französischen Kriegsgefangenen des Stalag 326 (VI K) zu geben, stattdessen präsentiert sie, dem Forschungsstand entsprechend, in exemplarischer Weise relevante Aspekte zur Situation der französischen Kriegsgefangenen in Ostwestfalen-Lippe. Einzelne Schwerpunktsetzungen ergaben sich dabei durch die Quellenlage zum Thema, die in den regionalen wie überregionalen Archiven sehr unterschiedlich ist.
Im Text wie im Anhang finden sich zahlreiche Quellen und Dokumente, die für die historisch-politische Bildung genutzt werden können, zum Teil im französischen Original.
Inhalt:
- Französische Kriegsgefangene im Deutschen Reich: Anzahl, Arbeitseinsatz und rechtliche Stellung
- Vom Durchgangslager für sowjetische Kriegs gefangene zum Stalag für Kriegsgefangene aller Nationalitäten
- Ankunft und Arbeitseinsatz der französischen Kriegsgefangenen am Beispiel des Kreises Wiedenbrück
- Lebensumstände der Kriegsgefangenen: Unterkunft, Ernährung, Kleidung und Post
- Französische Kriegsgefangene im Lager II des Stalag 326
- Französische Kriegsgefangene im Arbeitskommando der Firma Bartels in Langenberg
- Bestrafungen französischer Kriegsgefangener im Stalag 326: „Geschärfter Arrest“, Sonderkommandos und Strafversetzung nach Rawa Ruska
- Fluchten französischer Kriegsgefangener
- Vor Gericht: Verbotener Kontakt zu Kriegsgefangenen
- Nicht alle überlebten
- Georges Daout, Kriegsgefangener in Künsebeck (Wolfgang Kosubek)
- Jean Gossin, Kriegsgefangener in Lemgo 1941 bis 1945
- Charles Decourtil, Kriegsgefangener in Minden 1940 bis 1945
- Faustin Arzalier und seine Gedanken aus der Zeit der Gefangenschaft
- Abkürzungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis
- Anlagen im Anhang
- Fluchtbericht (Französisch)
- Merkblatt zur Behandlung von Kriegsgefangenen, 1. Juni 1940
- Inspektions-Bericht des IKRK zum Stalag 326 (VI K) Senne, 27. Juli 1944 (Deutsch/Französisch)
- Faustin Arzalier, „Erinnerungen an mein Exil in Deutschland“ (Französisch)
- Beurlaubung von 250 000 französischen Kriegsgefangenen zum Arbeitseinsatz in Deutschland, 29. September 1943
Band 2 der Schriften des Förderverein Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne e.V
Zur Autorin
Jutta Bischoff ist Lehrerin für Geschichte und Französisch am Steinhagener Gymnasium und ehrenamtliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Stalag 326.
Jutta Bischoff
Französische Kriegsgefangene im Stalag 326 Senne
Schlo Holte-Stukenbrock, 2022
188 Seiten





