Handeln – Heilen – Hinrichten. Scharfrichter in Stadt und Stift Minden

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„Handeln – Heilen – Hinrichten“ wirft einen neuen Blick auf die Geschichte der Scharfrichter im Hochstift und späteren Fürstentum Minden. Beschrieben wird der Wandel in der Tätigkeit des Strafvollstreckers, angefangen vom Bericht eines spätmittelalterlichen Chronisten hin zu einem hauptberuflichen Scharfrichteramt in der Frühen Neuzeit bis zu dessen Ende im 19. Jahrhundert, als die Modernisierung zur Abschaffung sämtlicher Privilegien führte und Hinrichten zum Nebenberuf wurde.

Dabei richtet sich der Blick zunächst auf die dienstlichen Verhältnisse, danach auf die ökonomischen Grundlagen. Ein Schwerpunkt ist die Frage nach der Identität der einzelnen Scharfrichter, ihrer Herkunft und der ihrer Familien, ihren Verflechtungen untereinander und den Beziehungen zu anderen Gruppen der Gesellschaft.

Über das Mindener Territorium und über die Städte Minden und Lübbecke hinaus ist der ganze norddeutsche Raum einbezogen, von Schleswig-Holstein bis Hessen, von den Niederlanden bis Thüringen und Sachsen.

Die Ergebnisse von „Handeln – Heilen – Hinrichten“ stehen daher idealtypisch für alle Scharfrichtereien (nicht nur) in Norddeutschland und sind für die Scharfrichterforschung von exemplarischer Bedeutung.

Inhalt

  • Vorwort
  • Einleitung
  • Die Zeit des späten Mittelalters
  • Diener (mindestens) zweier Herren
  • Ökonomische Grundlagen
    • Die Abdeckerei, eine unverzichtbare Basis
    • Der Strafvollzug, ein unsicheres Zusatzeinkommen
    • Die medizinische Tätigkeit, persönliches Talent und obrigkeitliches Verbot
  • Netzwerke
    • Familie, Verwandte, Berufskollegen
    • Nachbarn, Geschäftspartner, Bürger- und Beamtenschaft
    • Halbmeister und Scharfrichterknechte
  • Daniel Gottlob Friedrich Koch und das Ende der Scharfrichterei
  • Die Abdeckerei im 19. und 20. Jahrhundert
  • Fazit und Ausblick
  • Anhang
    • Transkriptionen ausgewählter Quellen
    • Namenslisten der Scharfrichter, ihrer Halbmeister und Knechte
    • Verwandtschaftsübericht der Scharfrichter von Minden und Lübbecke
    • Die Mindener Landesherren seit der Mitte des 15. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts
    • Gedruckte Quellen und Literatur
    • Personen- und Ortsregister
    • Karten

Zur Autorin

Gisela Wilbertz, Jahrgang 1945, verfasste ihre Dissertation 1979 über Scharfrichter und Abdecker in Nordwestdeutschland. Bis März 1991 war sie stellvertretende Leiterin des Bochumer Stadtarchivs. Ab 1991 leitete sie das Stadtarchiv Lemgo und führte die wissenschaftliche Bearbeitung des Bestands fort, insbesondere der Lemgoer Hexenprozesse. 2005 ging sie in den Ruhestand. In ihren Forschungen und Veröffentlichungen setzt sie sich mit Regionalgeschichte, Strafrecht im Mittelalter und Hexenverfolgung auseinander.