Autor: Fred Kaspar

  • Traditionsinseln und „Gute Stuben“ in Ostwestfalen

    Traditionsinseln und „Gute Stuben“ in Ostwestfalen

    Seit der Weimarer Zeit wurden in den Zentren deutscher Städte zunehmend sogenannte Altstadtsanierungen durchgeführt. Sie sollten zum einen der Beseitigung städtebaulicher Missstände – wie zu dichte Bebauung und verkehrliche Erschließung – dienen, zum anderen dem Erhalt bzw. der Wiederherstellung des historisch gewachsenen, für „typisch“ gehaltenen Stadtbildes.

    Nach den starken Zerstörungen vieler Innenstädte wurden nach 1945 die hierbei entwickelten Praktiken vielerorts zu dem von Städtebauern, Denkmalpflegern und Verkehrsplanern oft vertretenen Ziel weiterentwickelt, die Altstädte zugunsten breiter Straßen und großer Geschäftsflächen auf eingegrenzte kleinere Traditionsinseln zu reduzieren. Gerne am historischen Markt geschaffen und als Gute Stuben bezeichnet, errichtete man dort, neben erhaltenen Altbauten, umgesetzte, rekonstruierte und auch erfundene Fassaden.

    Bielefeld Alter Markt

    Am Beispiel verschiedener ostwestfälischer Städte werden die allerorts propagierten Ziele mitsamt ihren Akteuren, Argumenten und Resultaten exemplarisch analysiert.

    Band 7 der Reihe „EINBLICKE – Schriften der STIFTUNG Kleines Bürgerhaus“

    Inhalt

    • Stadterneuerung – Historisches Einzelbauwerk und Traditionsinseln
    • Der Umgang mit historischer Substanz
    • „Gute Stuben“ und Traditionsinseln in ostwestfälischen Städten. Fünf Wege zur Transformation historischer Stadtkerne
      • Bielefeld
        • Die Vorgeschichte – Zunehmende Wahrnehmung historischer Substanz
        • Der Alte Markt als „Gute Stube“ von Bielefeld
        • Was geschah nach  mit anderen in der Bielefelder Altstadt „übrig gebliebenen“ Bauten?
          • Von Obernstraße  zu Obernstraße
          • Aus dem privaten Bürgergarten in den Stadtpark
      • Herford
        • Traditionsinseln in Verkehrsströmen
      • Paderborn
        • Spolien und historische Inseln – Kriegszerstörung als Chance für eine aufgeräumte Stadt
        • Versetzen und Retten zur Schaung neuer Traditionsinseln
        • Retten von Spolien durch Neuverwendung
        • Einsetzen von Spolien zur Schaung von Historizität
        • Schutz erhaltener „Fachwerkinseln“ und ihre „Komplettierung“
      • Minden
        • Traditionsinseln durch Komplettierung des Authentischen Gestaltung einer „typischen Altstadtstraße“
      • Gütersloh
        • Vom Kirchhof zur Traditionsinsel – Moderne Großstadt mit historischem Kern
      • Traditionsinseln landauf landab
    • Traditionsinseln – Motivationen, Ziele und Argumentationen
      • Antiquarisches Interesse
      • Altstadt als städtebauliches Ziel
      • Kenntnisse und Handelsmaximen – Wofür steht Bielefelds „Gute Stube“? 
        • Sogenanntes Battig-Haus (Alter Markt ), das letzte erhaltene Haus am Markt
        • Immer weiter ohne historische Kenntnisse?
      • Traditionsinseln – Reaktion auf Stadtwandel?
      • „Rettung“ als treibende Motivation der Nachkriegszeit
      • Wandel der Perspektive – Gebäude als Geschichtszeugnisse
      • Traditionsinseln sind Zeugnisse der Stadtentwicklung
    • Ergebnisse: Ein Perspektivwechsel – Stadtbaugeschichte oder Stadt-Baugeschichte?
    • Anmerkungen

    Herstellerangaben: Michael Imhof Verlag, Stettiner Str. 25, 36100 Petersberg, info@imhof-verlag.de

    Bielefeld Obernstraße