Hexenprozesse in Ostwestfalen-Lippe

Hexenwahn und Massenverfolgungen – Opfer und Richter zwischen Minden und Höxter

24,99  *

3 vorrätig

Angaben:

Hardcover
17 x 24 cm
128 Seiten, ca. 50 Abbildungen
ISBN 9783963033056
Kategorien: , ,
Schlagworte: , , ,

Der Historiker und Sachbuchautor Joachim Nierhoff dokumentiert in diesem reich bebilderten Band das dunkle Kapitel der Hexenverfolgungen in Ostwestfalen-Lippe, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert die gesamte Region in Atem hielten und viele Opfer forderten. Detailreich schildert er die spektakulärsten Fälle und wichtigsten Prozesse. Ein Muss für alle, die sich für die Geschichte der Hexenverfolgung, Hexenprozesse und Hexenjagd interessieren.

  • die spektakulärsten Hexenprozesse und bewegende Schicksale
  • reich bebildert und kurzweilig erzählt
  • von einem ausgewiesenen Kenner derRegionalgeschichte

Hexenprozesse in Minden

Ausdrücklich betont Autor Joachim Nierhoff, dass es sich für ihn bei den Hexenverfolgungen nicht um einen Hexenwahn, sondern eine Hexenphobie gehandelt habe, denn „Wahn ist eine Krankheit – und das waren die Verfolgungen nicht“. Vielmehr sieht er die Gründe nicht nur in religiösem Eifer oder Aberglauben, sondern durchaus politisch und mit allerlei Machtgerangel in Justiz und Politik gespickt.

Die gelehrte Elite habe eine Hexenlehre geschaffen, die bereits bei Kirchenvätern wie Augustinus von großer Frauenfeindlichkeit geprägt gewesen sei. Der bekannte „Hexenhammer“ („Malleus maleficarum“) von Institoris lag irgendwann neben dem gültigen Gesetzbuch, der Carolina, auf jedem Richtertisch, voll mit Hass auf das angeblich sehr viel stärker vom Bösen beeinflussbare und minderbemittelte weibliche Geschlecht.

Durch äußere Umstände wie die Kleine Eiszeit (Mitte des 15. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts), in der die Ernteerträge schlecht waren und das Vieh schnell krank wurde, habe man verstärkt nach Erklärungen für Not und Elend und bald nach Sündenböcken gesucht – und sie in den Hexen gefunden. Neid, Missgunst – oft hatten die Verfolgungen andere Gründe. Vor allem Zugezogene wurden misstrauisch beäugt und kamen, wie es damals hieß, ins Gerede.

Die Fälle aus Ostwestfalen-Lippe belegen, dass es nicht die hässliche alte oder rothaarige „Märchenhexe“ sein musste, die in Verdacht geriet, sondern auch einflussreiche und junge Frauen, Männer und sogar Kinder.

Hexenprozesse in Detmold

Inhalt

  • Die Region Ostwestfalen-Lippe
  • Fürstbistum Minden
    • 100 Jahre Verfolgungen in der Stadt Minden
    • Verworrene juristische Zuständigkeiten
    • Der Prozess Anna Maßmeyer
    • Elisabeth Beisner: „Ist die Welt denn nicht groß genug?“
    • Lübbecker Prozesse
    • Der Superintendent Julius Schmidt
    • Verfahren in Schloss Petershagen, Regierungssitz des Fürstbistums Minden bis 1669
    • Fazit der Verfolgungen im Fürstentum Minden
  • Grafschaft Ravensberg
    • Brennpunkt der Hexenjagd: Herford als Fürstabtei und Freie Reichsstadt
    • Massenverhaftung: Herfords 30 Hexen
    • Keine Gnade für neues Leben
    • Das Ende der Verfolgungen
  • Reichsgrafschaft Lippe
    • Prozesswellen in Lemgo
    • Bürgermeister Dr. Heinrich Kerkmann, ein Advocatus Diabolus
    • Der Hexer Johan Oilschläger
    • Besatzungstruppen in Lemgo
    • Kein Schutz für Stand und Oberschicht
    • Der Lehrer Hermann Beschoren
    • Die Leinenhändlerin Anna Böndel
    • Hermann Cothmann, der Hexenbürgermeister von Lemgo
    • Pfarrer Andreas Koch
    • Maria Rampendahl
    • Detmolder Prozesse
    • Graf Hermann Adoplh zur Lippe
    • Anna Maria Tintelnot
    • Die Prozesse der Familie Mauritz
    • Die Verfolgungen in Horn-Bad Meinberg
    • Anton Praetorius, der mutige Pfarrer
    • Die Samtherrschaft Lippstadts mit Kleve-Mark
    • Der Liebeszauber
    • Die Gänse von Osterdorf
    • Die Hexenprozesse in Barntrup
    • Schwelentruper Nachbarschaftskonflikte mit Gerangel über Jahrzehnte
  • Fürstbistum Paderborn
    • Bischof Dietrich von Paderborn, ein nicht unumstrittener Landesherr
    • Lic. jur. Johann Moller, Syndikus des Domstifts Paderborn
    • Fürstbischof Ferdinand von Bayern
    • Friedrich Spee von Langenfeld
    • Heinrich von Schultheiß
    • Hexenverfolgungen im Bistum während des Dreißigjährigen Krieges
    • Die Herrschaft Büren
    • Anklagen gegen Mönche – Kloster Dalheim im Visier
    • Die Herrschaft Fürstenberg
    • Die Patrimonialgerichte als Zentren der Prozesse
    • Letzter Höhepunkt der Verfolgungen
  • Grafschaft Rietberg
    • Besessene in Rietberg
  • Amt Reckenberg
  • Reichsabtei Corvey
    • Zwei Verfolgungswellen in Höxter
    • Eheliche Treue über den Tod hinaus
  • Nachgedanken, kein Nachwort
  • Glossar

Hexenprozesse in OWL

Zum Autor

Der Drolshagener Joachim Nierhoff ist ein profunder Kenner der westfälischen Geschichte und seiner Menschen. Der gelernte Buchhändler besuchte die Abendschule und studierte im Anschluss Deutsch und Geschichte. Der leidenschaftliche Historiker arbeitete als Lehrer und ist in der Vergangenheit bereits mit mehreren regionalgeschichtliche Publikationen hervorgetreten.

Joachim Nierhoff
Hexenprozesse in Ostwestfalen-Lippe. Opfer und Richter zwischen Minden und Höxter
Sutton Verlag, Erfurt, 2025
Hardcover, 17 x 24 cm
128 Seiten, ca. 50 Abbildungen
ISBN 9783963033056