Autor: Heinrich Rüthing

  • Gelehrte Bildung und Humor in Bielefeld – Satire 1692

    Gelehrte Bildung und Humor in Bielefeld – Satire 1692

    Aus dem Jahr 1692 ist die Satire „Cento poeticus“ überliefert, verfasst in lateinischer Sprache. Der unbekannte Autor stellt in seinem Flickengedicht die Eliten der Stadt Bielefeld und der Grafschaft Ravensberg satirisch vor und nimmt das Verwaltungs- und Kirchenpersonal kritisch unter die Lupe.

    Er spendet Lob und wohlwollende Kritik, aber teilt auch herbe und schmerzhafte Hiebe aus. Persönliche Schwächen werden neben öffentlichen Verdiensten genannt, und manch prominenter Bielefelder mag sich dem Gespött der Zeitgenossen preisgegeben oder an den Pranger gestellt gefühlt haben. So wirft er z. B. dem Richter Albert Dietrich Ubbelohde Bestechlichkeit und dem Advokaten Meyer Käuflichkeit vor und macht sich über den großen Altersunterschied des Johann Peter Hoffbauer zu seiner jungen Ehefrau
    lustig.

    Der knappe Text wird in diesem Band erstmals übersetzt, ediert und kommentiert. Er rückt in origineller Form und oft witziger Weise manche bisher weniger beachtete Aspekte der Bielefelder und Ravensberger Geschichte in ein neues Licht. Das Bändchen ist liebevoll mit Porträts der Betroffenen und, soweit vorhanden, mit Faksimiles und Abbildungen aufgemacht.

    14. Sonderveröffentlichung des ›Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg e. V.

    Zum Autor

    ›Prof. Dr. Heinrich Rüthing, geboren 1937 in Lichtenau, verstorben 2017 in Bielefeld, studierte Geschichtswissenschaft, Philosophie und Germanistik in Münster und Erlangen. Bis 2002 wirkte er als Professor für mittelalterliche Geschichte und westfälische Landesgeschichte an der Universität Bielefeld mit den Forschungsschwerpunkten Stadt- und Klostergeschichte Ostwestfalens in Mittelalter und Früher Neuzeit.

    Heinrich Rüthing
    Gelehrte Bildung und Humor in Bielefeld. Eine Satire auf die Eliten der Stadt Bielefeld und der Grafschaft Ravensberg aus dem Jahr 1692
    Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld, 2009
    Softcover, 14 x 22 cm
    80 Seiten
    ISBN 978-3-89534-774-0

    Herstelleradresse: Verlag für Regionalgeschichte UG, Soester Straße 13, 48155 Münster, buchverlag@regionalgeschichte.de

  • Der Wittekindsberg bei Minden als »heilige Stätte«. 1000 bis 2000

    Der Wittekindsberg bei Minden als »heilige Stätte«. 1000 bis 2000

    In Text und Bild beschreibt das Buch die wechselvolle Geschichte des religiösen Lebens auf dem Wittekindsberg von den Anfängen bis zur Gegenwart.

    Gegen Ende des 10. Jahrhunderts lebte dort eine Einsiedlerin mit ihren Gefährtinnen, etwa zur gleichen Zeit entstand die 1996/97 entdeckte rätselhafte Kreuzkapelle. Um 1200 wurde die Margaretenkapelle gebaut, an der Geistliche bis 1810 ihren Dienst versahen. Im Spätmittelalter zogen Pilger über den Berg und wurden dort von Franziskanern betreut.

    Nach 1815 wurde der Wittekindsberg zu einem Ort vaterländischer Erinnerung und bürgerlicher Geselligkeit. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam es zu heftigen ideologischen Auseinandersetzungen zwischen Christen, Völkischen und Nationalsozialisten um die „heilige Stätte an der Porta“.

    Das Buch zeigt, wie sich über tausend Jahre hinweg wichtige Entwicklungen der allgemeinen Geschichte in einem begrenzten Raum widerspiegeln.

    „Das ‚Heilige‘ und alles, was dafür gehalten wird, findet immer wieder unser Interesse. Das gilt um so mehr für Orte, die im Bewusstsein der Menschen eine herausgehobene Bedeutung besaßen und besitzen. Ein solcher Ort ist ganz gewiss der Wittekindsberg bei Minden. Schon die alten Sachsen hatten hier eine Wallanlage errichtet. Um die Jahrtausendwende kam eine Kreuzkapelle hinzu, deren Überreste erst vor wenigen Jahren ergraben worden sind und der Forschung Rätsel aufgeben. Die etwas später datierte Margaretenkapelle ist noch heute erhalten. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wechselten sich patriotische Erinnerung und bürgerliche Geselligkeit dort ab. Als das Vaterländische schließlich ins Völkische pervertierte, gab es neue Begehrlichkeiten. Fromme, Frömmler und Fanatiker – die Grenzen sind da ja fließend – fühlten sich offenbar zu jeder Zeit magisch von diesem ‚locus sacer‘ angezogen. Dessen wechselvolle Geschichte ist nun aufgeschrieben worden. Den interessierten Leser erwartet eine spannende Lektüre.“
    Volker Jakob, Westfalenspiegel

    Inhalt

    • Einleitung: Eine überraschende Entdeckung und ihre Folgen
    • Der Berg: seine Lage und sein Name
    • Am Beginn eines Jahrtausends: Die Anfänge religiösen Lebens auf dem Berg. Die Einsiedlerin Thetwif und ihr Kloster
    • Um 1200: Kontinuität oder Neuansatz? Die Margeretenkapelle und „die dort Gott dienenden Personen“
    • Der kapellenreiche Berg: ungelöste Rätsel aus den ersten Jahrhunderten
    • Das 14. und 15. Jahrhundert: Der Wittekindsberg – ein Ziel von Pilgern?
    • Vier Jahrhunderte der Routine? Die Margaretenkapelle und das kirchliche Leben auf dem Berg bis 1810
    • Das 19. Jahrhundert I: Der Wittekindsberg als Ort vaterländischer Besinnung
    • Das 19. Jahrhundert II: Der Wittekindsberg als Ort bürgerlicher Geselligkeit
    • Die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts: Auf dem Weg zu einer Resakralisierung des Berges
    • Die heilige Stätte an der Porta: Im Widerstreit von Christen, Völkischen und Nationalsozialisten
    • Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg: Welchen Christen gehört der Berg?
    • Schluss: Eine heilige Stätte bleibt heilig, auch dann, wenn sie schon längst vernachlässigt ist
    • Quellen und Literatur

    Über den Autor

    ›Prof. Dr. Heinrich Rüthing, geboren 1937 in Lichtenau, verstorben 2017 in Bielefeld, studierte Geschichtswissenschaft, Philosophie und Germanistik in Münster und Erlangen. Bis 2002 wirkte er als Professor für mittelalterliche Geschichte und westfälische Landesgeschichte an der Universität Bielefeld mit den Forschungsschwerpunkten Stadt- und Klostergeschichte Ostwestfalens in Mittelalter und Früher Neuzeit.