Mädchen. Schule. Zeitgeschichte in Bielefeld

19,80  *

Nicht vorrätig

Beschreibung

Die 1828 gegründete private höhere Mädchenschule Bielefeld wechselte vier Mal in ihrer Geschichte den Namen, bis 1996 die Stadt Bielefeld das Bavink-Gymnasium in Gymnasium am Waldhof umbenannt hat.

Fritz Achelpöhler, 1988 bis 2001 Direktor der Schule, rekonstruiert die Namens­änderungen als Ausdruck von Geschichtspolitik. Der Verfasser verknüpft in der Darstellung Beobachtungen von ehemaligen Schülerinnen als Zeitzeuginnen mit sorgfältig recherchierter Zeitgeschichte.

Diese Quellen verleihen dem Buch eine Lebendigkeit, die sich auf archivalische Dokumente und Akten stützt. Mit Beständen aus dem Stadtarchiv Bielefeld, den Staatsarchiven des Landes NRW in Münster und Detmold, dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz und dem Bundesarchiv Berlin zeichnet der Verfasser die Schul- und Zeitgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts lebendig nach. Er beginnt in der Gegenwart der Leserin und des Lesers und macht so die Lektüre zu einer spannenden Begegnung mit der Vergangenheit.

Inhalt

  • Einleitung
  • Auguste Viktoria-Schule 1933 bis 1939
    • Die Verbrennung der schwarz-rot-goldenen Fahne auf dem Hof der Auguste Viktoria-Schule
    • Von Schülerinnen, Lehrern und Lehrerinnen
    • Lehrerinnen und Lehrer in den Widersprüchen der Zeit
    • 1933 feierte die Schule das „Doppel-Jubiläum“ der Jahre 1828 und 1858
    • Die Jahre von 1933 bis 1938 in den Heften „Unsere Schule“
    • Emmy Cremer in den Jahren 1937 bis 1939
  • Die 125-Jahrfeier und andere Erinnerungen an die 1940er-Jahre
    • Nachrichten und Erinnerungen
    • Austausch von Erinnerungen
    • Hertha Wessel
    • Frauen in Krieg und Frieden
    • zwei Reisen zur „Wehrmachtsbetreuung“ nach Holland
  • Europäischer Neuanfang mit Bernhard Bavink
    • Bernhard Bavink: Bielefeld, das Kultusministerium, die Schulaufsicht und die NSDAP
    • Urs Schildknecht 1985: Wieso Bavink-Gymnasium?
    • Professor Dr. Bernhard Bavink im Gedächtnis der Bavink-Schule 1947 bis 1996
    • 1991-1996: Bavink, die Eugenik und die Euthanasie
    • Kontroverse um Bavink
    • 1996 „Gymnasium am Waldhof“ anstatt „Bavink-Gymnasium“
    • Das Ende der Diskussion um Bernhard Bavink?
  • 1923: Von der „Kaiserin Auguste Viktoria-Schule“ zur „Auguste Viktoria-Schule“
    • „Erstes Jahrbuch der Kaiserin Auguste Victoria-Schule Bielefeld 1919“
    • Ruth Florsheim 1970
    • „Zweites Jahrbuch der Kaiserin Auguste Viktoria-Schule Bielefeld 1921“
    • 1923 Auguste Viktoria-Schule: die Anpassung an die republikanische Staatsform?
  • 1889: Dr. Gustav Gerth: „Die höhere Mädchenschule ist keine bloße Luxusschule“
    • Aus der Höheren Mädchenschule in den Beruf
    • Die Bielefelder höheren Mädchenschulen und die kaiserliche Familie 1904
    • Schule und Berufsalltag
    • Emmy Cremer in den Jahren 1902 bis 1914
    • Margarete Budde ca. 1980: „Jetzt, mit 90 Jahren […]“
    • Adele Kroppenberg 1964: Persönliche Erinnerungen
  • 1910: Die normative Kraft der Schulgeschichte
    • Behörde und Stadt streiten über die Anstellung der Lehrkräfte
    • Der „konfessionelle Charakter“ der Schule von 1828 bis 1910
  • Konfessionalität und Konfessionalismus
    • Die Schulgründung
    • Reorganisation
    • Die Schülerinnen erleben die 1840er-Jahre in Bielefeld
    • Unterricht
  • Schauspiel im Französischunterricht gerät zu einem konfessionellen und politischen Skandal
    • Politisches Leumundszeugnis
    • Die Obrigkeit wünscht die Kommunalisierung
    • Staatsschutz
    • Persönliche Anfeindung
    • Die Übergabe der privaten höheren Mädchen-Schule an die Stadt
  • Bielefelder Stadtverordnete wählen 1870 den jüdischen Arzt Dr. Bernhard Steinheim in den Schulvorstand
    • Antijüdische Ressentiments und Antisemitismus
    • Kulturkampf 1872
    • Konfessioneller Charakter ohne Rechtsurkunde 1910
  • Zeitgeschichte im Wandel der Zeiten

Über den Autor

Fritz Achelpöhler, 1937 in Herford geboren, studierte nach seinem Abitur am Ratsgymnasium Minden Geschichte und Philologie in Freiburg i. Br. und Göttingen sowie Sozialwissenschaften in Bielefeld. In Bielefeld war er von 1964 bis 1988 Lehrer am Helmholtz-Gymnasium und am Gymnasium Heepen, bevor er 1988 die Leitung des Gymnasiums am Waldhof übernahm. Achelpöhler war lange Jahre ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche und kommunalpolitisch tätig.

Fritz Achelpöhler
Mädchen. Schule. Zeitgeschichte. Eine Zeitreise mit Bielefelder Schülerinnen in die Jahre 1828 bis 1996
Aisthesis Verlag, Bielefeld
kartoniert
270 Seiten
ISBN 978-3-8498-1038-2

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